Das Chromebook von Google stellt ein neuartiges Konzept dar, das viele Gewohnheiten über den Haufen wirft. Anders als gängige Trends in der IT, bei denen das Motto „schneller, höher, weiter, mehr“ lautet, reduziert das Chromebook die eigentliche Hardware auf das absolute Minimum. Das bedeutet: Es handelt sich nicht um einen neuen PC altbekannter Bauart, nur dass er von Google entworfen wurde, sondern es handelt sich um eine neue Geräteklasse.

Der Clou: Der Browser wird zum Betriebssystem

Beim Chromebook wurden viele alte Zöpfe radikal abgeschnitten. Die Liste der Streichungen ist daher länger als die Liste dessen, was übrig blieb. Dennoch klingt das Konzept vielversprechend, jedoch weist es noch einige Kinderkrankheiten auf. Werden diese Fehler beseitigt und auch das Problem des Datenschutzes zufriedenstellend gelöst, könnten die Chromebooks einen neuen Trend darstellen. Wirft man einen genauen Blick auf die Spezifikationen, so fällt als erstes auf, dass es „das“ Chromebook nicht gibt. Google liefert Spezifikationen die allgemein genug gehalten sind, dass die Hardwarehersteller, mit denen Google kooperiert, eigene Design umsetzen können. Als erste Partner stellen Samsung und Acer unterschiedliche Modelle vor. Beide Hersteller setzen dabei den gleichen Prozessor ein, verbauen aber unterschiedliche Displays und Schnittstellen. Obwohl beide einen Intelprozessor (Atom N570) verbauen, läuft auf diesen Geräten kein herkömmliches Betriebssystem.

Das Chromebook: Vorteile und Nachteile

Stattdessen startet nach dem Einschalten des Gerätes innerhalb weniger Sekunden Google Chrome, der hauseigene Browser. Wer mehr mit dem Chromebook erledigen möchte, als nur zu surfen, muss sich umgewöhnen: Statt der üblichen Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw. gibt es webbasierte Applikationen, mit denen der Benutzer seine Daten online speichert und bearbeitet. Google sieht dies als Kernelement des Chromebookkonzeptes: Die Hardware selbst tritt in den Hintergrund und kann ohne Verlust von Daten und Programmen ausgetauscht werden. Alle Daten bleiben stets im Web gespeichert. Und genau dies ist der Knackpunkt für viele Anwender: Sie argumentieren, dass der Nutzer so nicht nur die Kontrolle über seine Programme, sondern auch über seine Daten verliert. Entscheidet sich Google, ein bestimmtes Programm nicht mehr anzubieten, so kann kein Chromebooknutzer es mehr verwenden. Der Nutzer geht also eine sehr enge Bindung an Google ein.

Das Chromebook soll die Nutzung von Computer und Internet vereinfachen

Der große Vorteil des Konzeptes ist sicherlich das einfache Handling: Nach dem ersten Einschalten dauert es nur Sekunden, bis der Browser erscheint. Danach richtet man sich sein persönliches System innerhalb weniger Minuten nach Belieben ein. Ab da kann man seine Daten per Internetverbindung in den Onlinespeicher übertragen und damit von jedem Ort der Welt aus arbeiten, solange es eine Internetverbindung gibt. Auch ohne diese soll die Arbeit weiter möglich sein, dazu hat Google spezielle „Offline“-Versionen seiner gängigsten Anwendungen entworfen. Allerdings besitzen Chromebooks keine Festplatte, wie das in der Praxis funktioniert, muss sich noch zeigen.



ähnliche Beträge

  • Zuletzt gelesen